Risk Engineering

Trocken- und Frostschutzsysteme für Sprinkleranlagen

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Trocken- und Frostschutzsysteme schützen Rohrleitungen und Sprinklerabschnitte in frostgefährdeten oder unbeheizten Bereichen vor dem Einfrieren, indem sie Luft statt Wasser vorhalten oder das Wasser mit zugelassenen Frostschutzlösungen versetzen.

Trockenanlagen

Bei Trockenanlagen steht das Rohrnetz unter Luft- oder Stickstoffdruck; erst wenn ein Sprinklerkopf öffnet, gibt ein Trockenalarmventil den Wasserfluss frei. Diese Bauweise verzögert systembedingt den Löschbeginn gegenüber einer Nassanlage, was bei der Auslegung von Rohrnetzlänge und Melderlogik berücksichtigt werden muss.

Frostschutzlösungen

In Nassanlagen mit begrenzter Ausdehnung können zugelassene Glykol- oder andere Frostschutzmittel dem Wasser beigemischt werden, um kleinere frostgefährdete Abschnitte ohne separate Trockenanlage zu schützen. Unzulässige oder falsch dosierte Zusätze verändern Löschwirkung und Brennbarkeit der Lösung und stellen ein häufig unterschätztes Risiko dar.

Versicherungsrelevanz

Frostschäden an Sprinkleranlagen zählen zu den regelmässig wiederkehrenden Schadenursachen in kalten Jahreszeiten. Korrekt ausgelegte und regelmässig geprüfte Trocken- oder Frostschutzsysteme verhindern sowohl den Ausfall der Löschanlage als auch Wasserschäden durch geborstene Leitungen.

Normen und Regelwerke

  • VdS 2369 – Frostschutzlösungen, Anforderungen und Prüfmethoden
  • NFPA 13 – Standard for the Installation of Sprinkler Systems