Risikoprofil

Geschäftsreiseprogramm

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Risikoprofil für ein betriebliches Geschäftsreiseprogramm: die im Reise- und Unfall-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Mitarbeitende auf Dienstreisen.

Risikobild

Ein Geschäftsreiseprogramm deckt die Unfall-, Gesundheits-, Sicherheits- und Reiseunterbrechungsexponierung von Mitarbeitenden ab, die im Auftrag des Arbeitgebers ausserhalb ihres gewöhnlichen Arbeitsorts unterwegs sind – von gelegentlichen Inlandsreisen bis zu häufigen Langstreckenreisen durch risikoreichere Regionen. Schadentreiber sind Unfälle und medizinische Notfälle im Ausland, wo die lokale Versorgung ohne Kostengutsprache unzureichend oder unerschwinglich sein kann, Reiseabsage oder -abbruch, verlorenes oder verspätetes Gepäck sowie für einen Teil der Reisenden Sicherheitsvorfälle oder politische Unruhen. Ein eigenständiges Kumulrisiko besteht, wenn mehrere Schlüsselmitarbeitende gemeinsam auf derselben Reiseroute unterwegs sind, da ein einzelnes Ereignis dann einen konzentrierten Schaden über Unfall-, Leben- und Betriebsunterbrechungsexponierung gleichzeitig auslösen könnte.

Zu erfassende Risikomerkmale

Die nachfolgende Übersicht wird aus den mit diesem Profil verknüpften Risikomerkmalen generiert und nach Kategorie gruppiert; Details zu Underwriting-Logik, Nachweisen und Massnahmen finden sich auf den jeweiligen Merkmalsseiten.

Deckungsarchitektur

Die Geschäftsreiseversicherung (Business Travel Accident, BTA) bildet den obligatorischen Kern und ergänzt die gesetzliche Unfallversicherung mit Unfallkapital, Heilungskosten im Ausland, Evakuierung und Rückführung sowie reisespezifischen Assistance-Leistungen. Reiseversicherung und internationale private Krankenversicherung stehen als Kernbausteine daneben und decken Reiseabsage, Gepäck und nicht unfallbedingte Heilungskosten ab, insbesondere bei häufigen Reisen oder Zieldestinationen mit erhöhtem Kostenrisiko im Gesundheitswesen. Die Krankentagegeldversicherung ist eine optionale Ergänzung, wo eine länger andauernde Erkrankung während oder kurz nach der Reise sonst die Lohnfortzahlung unterbrechen würde.

Prävention

Präventionsschwerpunkte sind eine dokumentierte Travel-Risk-Management-Richtlinie mit Länderrisikoeinstufung und Vorab-Genehmigung für risikoreichere Zielländer, eine laufende Standorterfassung reisender Mitarbeitender, damit im Ereignisfall der Aufenthaltsort bekannt ist, der Verzicht auf eine unverhältnismässige Konzentration von Schlüsselpersonen auf einer einzigen Reiseroute sowie der Zugang zu einer 24-Stunden-Assistance für Medizin und Sicherheit, damit Vorfälle frühzeitig eingestuft und eskaliert werden, bevor sie sich verschärfen.

Art
Tätigkeit

Zu erfassende Risikomerkmale

Personen

  • Reisetage im Ausland — Reisetage im Ausland erfassen die Anzahl der jährlichen Reisetage von Mitarbeitenden auf internationalen Geschäftsreisen und dienen zur Bemessung von Kumul- und Schwereexposition in der Unfall- und Reiseversicherung.
  • Mitarbeiterzahl — Die Mitarbeiterzahl erfasst die Gesamtzahl der beim Versicherungsnehmer beschäftigten Personen und dient zur Bemessung des Expositionsumfangs in der Haftpflicht-, Unfall- und Kollektivkrankenversicherung sowie als Benchmark-Basis pro Mitarbeitendem.
  • Gesundheitsfragen — Die Gesundheitsfragen erfassen die selbstauskunftpflichtigen Angaben eines Antragstellers bei der Beantragung einer individuellen Lebens-, Kranken- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung und bilden die primäre Grundlage der medizinischen Risikoprüfung.
  • Entsandte Mitarbeitende — Entsandte Mitarbeitende erfasst die Anzahl der Mitarbeitenden auf längerfristigen Auslandeinsätzen ausserhalb ihres Heimatlandes und dient zur Bemessung der Exposition in der internationalen Kranken- und Geschäftsreiseunfallversicherung.

Deckungsarchitektur