Brandschutzkonzept
Das Brandschutzkonzept ist die objektbezogene, ganzheitliche Planung aller baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzmassnahmen und bildet die verbindliche Grundlage für Baubewilligung, Bauausführung und Risikoprüfung durch den Sachversicherer.
Zweck und Inhalt
Das Brandschutzkonzept fasst für ein konkretes Bauvorhaben sämtliche Schutzziele – Personenschutz, Sachwertschutz, Umweltschutz und Betriebskontinuität – in einem abgestimmten Massnahmenpaket zusammen. Es legt fest, wie Brandabschnittsbildung, Feuerwiderstand der Bauteile, Rettungswege, Löschanlagen, Brandmeldeanlagen sowie Rauch- und Wärmeabzug zusammenwirken, und dokumentiert Abweichungen von Regelbauweisen samt Kompensationsmassnahmen.
Erstellung und Prüfung
Erstellt wird das Konzept meist durch Fachplaner für Brandschutz in Abstimmung mit Architektur, Statik und Haustechnik; die Prüfung erfolgt durch Brandschutzbehörden oder anerkannte Prüfstellen. Nutzungsänderungen, Umbauten oder neue Erkenntnisse aus Schadenfällen erfordern eine Überarbeitung, da das Konzept nur für die beschriebene Nutzung gilt.
Bedeutung für die Sachversicherung
Für Risk Engineers ist das Brandschutzkonzept die zentrale Referenz bei der Risikobesichtigung: Es zeigt, welches Schutzniveau geplant war, und dient als Massstab, um Abweichungen im gebauten Zustand zu erkennen. Fehlende oder veraltete Konzepte, insbesondere nach Umbauten, gelten als Warnsignal für unkontrollierte Risikoverschlechterung.
Normen und Regelwerke
- VdS 3547 – Brandschutzkonzepte und Brandschutznachweise