Begriff

Krankenhaustagegeld (Hospital Cash Benefit)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-02 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Das Krankenhaustagegeld ist eine feste Geldleistung, die die Unfall- oder Krankenzusatzversicherung für jeden Kalendertag einer medizinisch notwendigen vollstationären Heilbehandlung unabhängig von den tatsächlichen Kosten an die versicherte Person zahlt.

Begriff

Das Krankenhaustagegeld ist eine Summenleistung: Gezahlt wird der vereinbarte Tagessatz für jeden Kalendertag, an dem sich die versicherte Person in medizinisch notwendiger vollstationärer Heilbehandlung befindet, ohne dass Kosten nachgewiesen werden müssen. In der Unfallversicherung setzt die Leistung einen Unfall als Ursache voraus (AUB 2020 Ziff. 2.5, AUVB 2022 «Spitalgeld»); als Baustein der Krankenzusatzversicherung wird sie auch bei krankheitsbedingten Spitalaufenthalten fällig. In der Schweiz ist der Begriff Spitaltaggeld gebräuchlich. Die Leistungsdauer ist begrenzt, in der deutschen Musterfassung längstens auf einen Zeitraum von mehreren Jahren ab dem Unfalltag; die AUB 2020 stellen eine ambulante Operation, die eine stationäre Behandlung vermeidet, für eine begrenzte Anzahl Tage gleich.

Ausgestaltung und Grenzen

Nicht als Heilbehandlung gelten Aufenthalte in Sanatorien, Erholungsheimen und Kuranstalten sowie Aufenthalte, bei denen die medizinische Rehabilitation und nicht die Akutbehandlung im Vordergrund steht. Marktübliche Erweiterungen sind das Genesungsgeld im Anschluss an den Spitalaufenthalt, Rooming-in-Leistungen für Kinder sowie erhöhte Tagessätze bei Intensivbehandlung. Beispiele aus der Praxis: Deutsche AUB-Tarife begrenzen die Leistung auf drei bis fünf Jahre ab dem Unfalltag, zahlen für ambulante Operationen pauschal einige Tage und verdoppeln den Tagessatz bei Auslandsaufenthalten, für Kinder oder ab dem vierten Behandlungstag; österreichische Bedingungen sehen Spitalsgeld für längstens 365 Tage innerhalb von vier Jahren vor, und Group-PA-Wordings enthalten eine Hospitalisation-Benefit-Erweiterung mit festem Tagessatz für bis zu 365 Tage. International entspricht das Krankenhaustagegeld dem Hospital Cash Benefit beziehungsweise der Hospital Indemnity Coverage, die nach der Definition der NAIC einen vorab festgelegten Tagesbetrag für Spitalaufenthalte vorsieht.

Bedeutung für die Praxis

Das Krankenhaustagegeld dient der Deckung nicht erstatteter Nebenkosten eines Spitalaufenthalts – Zuzahlungen, Fahrten von Angehörigen, Haushaltshilfe, Einkommensausfall von Selbstständigen – und ist wegen der einfachen Nachweisführung (Aufenthaltsbestätigung des Spitals) schadenseitig wenig streitanfällig. Aus Sicht des Versicherers ist es preisgünstig kalkulierbar, birgt aber Kumulrisiken bei Gruppenverträgen und Missbrauchspotenzial bei nicht notwendigen Verlängerungen des Aufenthalts, weshalb Bedingungen die medizinische Notwendigkeit betonen.