Umbrella-Versicherung (Umbrella Liability Insurance)
Die Umbrella-Versicherung stellt zusätzliche Haftpflichtdeckung über die Versicherungssummen mehrerer Grunddeckungen hinaus bereit und kann zugleich als eigenständige Deckung für vom Grundvertrag nicht erfasste Risiken einspringen.
Vergleichsprofil
- Trigger
- Occurrence (Schadenereignis)
- Versichertes Interesse
- Schutz vor Haftpflichtschäden, die die Versicherungssummen einer oder mehrerer Grunddeckungen übersteigen, sowie eine Drop-Down- Deckung für versicherte Risiken, die von keiner Grunddeckung erfasst werden.
- Bemessungsgrundlage
- Anzahl und Art der Grunddeckungen, Versicherungssummen der Grunddeckungen, Gesamtrisikoprofil des versicherten Haushalts oder Unternehmens
- Typische Limiten
- Zusätzliche Versicherungssummen meist zwischen CHF/EUR 5 Mio. und CHF/EUR 25 Mio. über den Grunddeckungen, teilweise in Schichten (Layern) strukturiert.
- Typische Selbstbehalte
- Ein Selbstbehalt greift vor allem bei Drop-Down-Schäden, die von keiner Grunddeckung erfasst werden; andernfalls bildet die Versicherungssumme der Grunddeckung selbst den Anknüpfungspunkt.
- Zielsegmente
- Vermögende Privathaushalte, KMU, Unternehmen mit mehreren Haftpflichtdeckungen
Versicherte Ereignisse
- Schäden, die die Versicherungssummen zugrunde liegender Privat-, Betriebs- oder Motorfahrzeughaftpflichtdeckungen übersteigen
- Deckungslücken, die von keiner Grunddeckung erfasst werden (Drop-Down)
- Kumulation mehrerer grosser Schadenersatzansprüche Dritter innerhalb eines Versicherungsjahres
Kernausschlüsse
- Risiken, die in allen Grunddeckungen ausgeschlossen sind
- Eigenschäden des Versicherungsnehmers
- Berufshaftpflicht, sofern nicht gesondert eingeschlossen
- Vorsätzliches Handeln
Begriff
Die Umbrella-Versicherung stellt zusätzliche Haftpflichtdeckung bereit, die sich über die Versicherungssummen mehrerer zugrunde liegender Haftpflichtgrunddeckungen – etwa der Privat-, Betriebs- oder Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung – erstreckt, sobald deren Versicherungssummen im Schadenfall ausgeschöpft sind. Sie fungiert insoweit funktional ähnlich wie eine Exzedentenversicherung, deckt jedoch typischerweise mehrere unterschiedliche Grunddeckungen gleichzeitig ab, anstatt sich auf eine einzelne Basispolice zu beziehen.
Doppelfunktion: Exzedent und eigenständige Deckung
Neben der reinen Aufstockung der Versicherungssummen bereits bestehender Grunddeckungen kann die Umbrella-Versicherung zusätzlich als eigenständige, sogenannte “Drop-Down”-Deckung fungieren, wenn ein konkreter Schadenfall zwar unter den weiten Deckungsumfang der Umbrella-Police fällt, jedoch von keiner der zugrunde liegenden Grunddeckungen erfasst wird; in diesem Fall greift die Umbrella-Versicherung unmittelbar, gegebenenfalls unter Anwendung eines eigenen Selbstbehalts.
Bedeutung und Verbreitung
Die Umbrella-Versicherung ist insbesondere im nordamerikanischen Markt sowohl im Privat- als auch im Unternehmenskundensegment weit verbreitet, da sie es ermöglicht, mit vergleichsweise geringem Prämienaufwand einen deutlich höheren Gesamthaftungsschutz über verschiedene Risikobereiche hinweg zu erreichen, ohne die Versicherungssumme jeder einzelnen Grunddeckung separat erhöhen zu müssen.
Vergleich und Abgrenzung
Anders als eine einzelne Haftpflichtpolice ist die Umbrella-Versicherung kein Ersatz für die Privat- oder Betriebshaftpflichtversicherung, sondern eine darüber gelegte Schicht, die eine oder mehrere qualifizierende Grunddeckungen mit Mindestversicherungssummen als Deckungsvoraussetzung verlangt. Sie ergänzt im Privatkundensegment die Privathaftpflichtversicherung und im Unternehmenssegment die Betriebshaftpflichtversicherung, indem sie deren Summen erhöht und durch ihre Drop-Down-Funktion bestimmte Risiken auffängt, die zwischen den Grunddeckungen liegen. Abzugrenzen ist sie von einer reinen Exzedentendeckung auf eine einzelne Basispolice, da die Umbrella-Deckung typischerweise mehrere unterschiedliche Grunddeckungen gleichzeitig absichert.