Begriff

Any One Accident Limit (Ereignis-/Kumullimite)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-02 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Any One Accident Limit ist die in Gruppenunfallversicherungen vereinbarte Höchstentschädigung des Versicherers für alle versicherten Personen, die durch dasselbe Unfallereignis oder dieselbe Ursache betroffen sind; übersteigen die Einzelansprüche die Limite, werden sie proportional gekürzt. Für Flugreisen gelten häufig gesonderte Scheduled- und Non-Scheduled Aircraft Accumulation Limits.

Zweck

In der Gruppenunfallversicherung sind viele Personen mit hohen Summen in einem Vertrag versichert; ein Flugzeugabsturz, ein Busunglück auf einer Firmenreise, ein Brand oder eine Explosion am Standort kann Dutzende versicherte Personen gleichzeitig treffen. Die Any One Accident Limit (auch Accumulation Limit oder Ereignislimite) begrenzt deshalb die Gesamthaftung des Versicherers für alle Ansprüche, die aus demselben Unfall oder aus einer Serie von Unfällen mit derselben Ursache entstehen, unabhängig von der Zahl der Betroffenen und der Summe der individuellen Versicherungssummen. Sie erfasst marktüblich alle Leistungsarten der Personal-Accident-Sektion einschliesslich Erweiterungen.

Ausgestaltung

Wordings unterscheiden typischerweise drei Limiten: die allgemeine Any One Accident Limit, eine Scheduled Aircraft Accumulation Limit für Unfälle in Linienflugzeugen (beispielhaft definiert als Flugzeuge mit mehr als 18 Sitzen ab international anerkannten Flughäfen nach veröffentlichtem Flugplan) und eine meist tiefere Non-Scheduled Aircraft Accumulation Limit für Charter-, Geschäfts- oder Privatflugzeuge. Wird eine Limite überschritten, zahlt der Versicherer den Höchstbetrag und kürzt jeden Einzelanspruch proportional, bis die Summe der Zahlungen die Limite nicht mehr übersteigt; die versicherten Personen tragen den ungedeckten Rest, weshalb Arbeitgeber die Höhe der Limite gegen die Summe der Höchstsummen ihrer reisenden Führungskräfte prüfen sollten.

Kumulkontrolle des Versicherers

Für den Versicherer ist die Ereignislimite ein Instrument der Kumulkontrolle: Sie begrenzt den Probable Maximum Loss je Vertrag, wird in der Rückversicherung (Katastrophen-Excess-of-Loss für Personal Accident) als Grundlage der Exponierungsmeldung verwendet und ergänzt interne Reiserichtlinien der Kunden, etwa die Verteilung des Managements auf mehrere Flüge. In der deutschen Gruppenunfallversicherung erfüllen Kumulklauseln und Höchstentschädigungen je Schadenereignis dieselbe Funktion.