Risk Engineering

Rotierende Maschinen und Lagerüberwachung

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Bei rotierenden Maschinen wie Pumpen, Ventilatoren und Motoren sind Lager die häufigste Ausfallursache; Schwingungs- und Temperaturüberwachung erkennt beginnende Lagerschäden, bevor sie zu einem Bruchschaden führen.

Schadenmechanismen

Bei Pumpen, Ventilatoren, Elektromotoren und ähnlichen rotierenden Maschinen sind Wälz- und Gleitlager die statistisch häufigste Ausfallquelle. Fehlausrichtung von Wellenkupplungen, Unwucht, mangelhafte oder verunreinigte Schmierung und elektrisch bedingte Lagerströme bei frequenzumrichtergespeisten Motoren führen zu fortschreitendem Verschleiss, der sich lange vor einem Totalausfall durch charakteristische Schwingungsmuster ankündigt.

Überwachung und Instandhaltung

Regelmässige Schwingungsmessungen an den Lagerstellen, ergänzt durch Temperaturüberwachung und gegebenenfalls Öl- oder Schmierfettanalysen, erlauben es, Lagerschäden nach anerkannten Bewertungsklassen frühzeitig zu erkennen und Instandhaltungsmassnahmen risikobasiert zu planen. Eine sorgfältige Ausrichtung bei Montage und nach Reparaturen sowie eine auf die Betriebsbedingungen abgestimmte Schmierstoffwahl reduzieren die Ausfallhäufigkeit deutlich.

Versicherungsrelevanz

Für die Maschinenversicherung sind wiederholte Lagerschäden an derselben Maschine oder das Fehlen einer systematischen Schwingungsüberwachung an kritischen Aggregaten Hinweise auf ein erhöhtes Risiko. Ein dokumentiertes Überwachungsprogramm mit definierten Warn- und Abschaltgrenzen wirkt sich günstig auf die Risikobeurteilung aus.

Normen und Regelwerke

  • DS 13-24 – Fans and Blowers
  • ISO 20816-1:2016 – Mechanische Schwingungen, Messung und Bewertung der Schwingungen von Maschinen, Teil 1: Allgemeine Richtlinien