Risiken von Kälteanlagen und Kompressoren
Kälteanlagen und Kompressoren bergen neben dem mechanischen Maschinenbruchrisiko stoffspezifische Gefahren durch das verwendete Kältemittel; bei Ammoniakanlagen kommen Toxizitäts- und Explosionsgefährdung hinzu, die eine bauliche Trennung und spezifische Detektion erfordern.
Mechanisches und stoffliches Risiko
Kompressoren als Kernkomponente einer Kälteanlage unterliegen den gleichen mechanischen Ausfallmechanismen wie andere rotierende Maschinen: Lagerschäden, Dichtungsversagen und Fehlschmierung. Hinzu kommt eine stoffspezifische Gefährdung durch das zirkulierende Kältemittel: brennbare Kältemittel bergen ein Explosionsrisiko, während Ammoniak zusätzlich stark toxisch und ätzend wirkt und bei einer Leckage eine unmittelbare Gefahr für Personen im Umfeld darstellt.
Schutzmassnahmen
Bei Ammoniakanlagen ist die bauliche Trennung des Maschinenraums von schutzbedürftigen Bereichen, eine wirksame Gaswarnanlage mit gestuften Alarmschwellen und eine für den Ex-Bereich geeignete Lüftung zentral. Für alle Kälteanlagen gelten zudem eine regelmässige Dichtheitsprüfung, Überwachung von Druck und Temperatur an Verdichter und Kondensator sowie eine dokumentierte Fachbewilligung des Betriebs- und Instandhaltungspersonals.
Versicherungsrelevanz
Für die Maschinen- und Sachversicherung ist bei Kälteanlagen sowohl das mechanische Ausfallrisiko des Kompressors als auch die stoffspezifische Gefährdung des Kältemittels zu beurteilen. Bei Ammoniakanlagen prüfen Versicherer gezielt die Einhaltung der bau- und sicherheitstechnischen Anforderungen, da ein Störfall neben dem Sachschaden erhebliche Haftpflicht- und Betriebsunterbrechungsfolgen auslösen kann.