Solarkraftwerke – Risiken und Schadenverhütung
Solarkraftwerke sind grossflächige, freilandmontierte Photovoltaikanlagen, deren Risikoprofil neben dem elektrischen Brandrisiko der Module vor allem durch Hagel, Vegetationsbrand, Vandalismus und die grosse Anzahl seriell verschalteter Wechselrichter geprägt ist.
Risikotreiber
Solarkraftwerke bestehen aus tausenden seriell und parallel verschalteten Modulen, deren Gleichstromseite auch bei getrennter Wechselrichteranbindung unter Last steht, solange Sonnenlicht auf die Module fällt – ein zentraler Unterschied zu den meisten anderen elektrischen Anlagen. Grossflächige Freilandanlagen sind zudem Hagel, Sturm und Vegetationsbränden ausgesetzt, während die exponierte, oft unbewachte Lage das Diebstahl- und Vandalismusrisiko an Modulen, Kabeln und Wechselrichtern erhöht.
Schutzmassnahmen
Wesentliche Massnahmen umfassen eine hagelresistente Modulauswahl beziehungsweise -ausrichtung, systematische Vegetationskontrolle zur Vermeidung von Grasbränden unter den Modultischen, eine dem Standort angepasste Perimetersicherung sowie eine Fernüberwachung der Wechselrichter und Strangüberwachung zur frühzeitigen Erkennung von Lichtbogenfehlern. Bei Anlagen mit angeschlossenem Batteriespeicher gelten zusätzlich die Schutzkonzepte für stationäre Lithium-Ionen-Speicher.
Versicherungsrelevanz
Da ein grosser Teil des Sachwerts auf viele gleichartige, aber einzeln geringwertige Komponenten verteilt ist, unterscheidet sich die Schadenbewertung deutlich von klassischen Kraftwerken; Kumulschäden durch Hagel oder Sturm können jedoch rasch hohe Gesamtschäden verursachen. Sachversicherer berücksichtigen bei der Prämienfindung insbesondere die Hagelexposition des Standorts, die Qualität der Fernüberwachung und die Reaktionszeit bei erkannten Störlichtbögen.
Normen und Regelwerke
- FM Data Sheet 7-106: Ground-Mounted Solar Photovoltaic Power