Themenseite

Invalidität

Von Experten geprüft 3 Begriffe Aktualisiert: 2026-09-03

Invalidität: 3 Fachbegriffe kurz erklärt – Definition, Synonyme und gesetzliche Grundlage.

Beitragsbefreiung

Synonyme: Premium Waiver

Die Beitragsbefreiung stellt den Versicherungsnehmer von der Beitragszahlungspflicht frei, während der Versicherungsschutz in vereinbartem Umfang fortbesteht.

Begriff

Die Beitragsbefreiung stellt den Versicherungsnehmer bei Eintritt eines definierten Ereignisses – häufig Berufsunfähigkeit oder Tod des Beitragszahlers – von der weiteren Beitragszahlungspflicht frei, während der Versicherungsschutz in dem vereinbarten Umfang unverändert fortbesteht.

Anwendungsfälle

Beitragsbefreiungen finden sich häufig als eingeschlossene Zusatzleistung in Lebens-, Renten- und Ausbildungsversicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit des Versicherungsnehmers, sowie in Ausbildungsversicherungen für den Fall des Todes des beitragszahlenden Elternteils.

Abgrenzung zur Beitragsbefreiungsversicherung

Von der Beitragsbefreiung als eingeschlossenem Leistungsbestandteil ist die eigenständige Beitragsbefreiungsversicherung zu unterscheiden, die als separater Vertrag ausschliesslich die Übernahme der Beitragszahlung eines anderen Versicherungsvertrags im Leistungsfall zum Gegenstand hat.

Berufsgruppeneinteilung

Synonyme: Occupational Class Rating

Die Berufsgruppeneinteilung ordnet Berufe anhand ihres Risikoprofils Risikoklassen zu, die die Prämienhöhe in der Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung massgeblich bestimmen.

Begriff

Die Berufsgruppeneinteilung ordnet einzelne Berufe anhand ihres körperlichen, psychischen und branchenspezifischen Risikoprofils bestimmten Risikoklassen zu, die massgeblich für die Prämienkalkulation in der Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung sind.

Bewertungskriterien

Zu den massgeblichen Kriterien der Einstufung zählen der Anteil körperlicher versus geistiger Tätigkeit, die Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen oder Tätigkeiten, das statistische Berufsunfähigkeitsrisiko der Berufsgruppe sowie zunehmend auch akademische Qualifikation und Führungsverantwortung.

Bedeutung für die Prämienkalkulation

Da körperlich anspruchsvolle oder gefährliche Berufe ein deutlich höheres Berufsunfähigkeitsrisiko aufweisen als überwiegend geistige Tätigkeiten, führt eine ungünstige Berufsgruppeneinteilung zu erheblich höheren Prämien oder in Extremfällen zur Ablehnung des Antrags; Versicherer unterscheiden sich in der Praxis teils erheblich in ihrer Einstufungspraxis für einzelne Berufe.

Berufsunfähigkeit

Synonyme: Occupational Disability

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn eine versicherte Person ihren zuletzt konkret ausgeübten Beruf infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

Begriff

Berufsunfähigkeit im versicherungsrechtlichen Sinne liegt vor, wenn die versicherte Person ihren zuletzt in gesunden Tagen konkret ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, voraussichtlich auf Dauer nicht mehr oder nur noch in einem bestimmten, in den Bedingungen definierten Mindestumfang ausüben kann.

Prognosezeitraum und Nachweis

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung verlangt üblicherweise, dass die Beeinträchtigung voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen andauert oder bereits sechs Monate ununterbrochen bestanden hat. Der Nachweis erfolgt regelmässig durch ärztliche Gutachten sowie eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung des zuletzt ausgeübten Berufs.

Konkrete versus abstrakte Verweisung

Ein zentrales Merkmal guter BU-Bedingungen ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung, wonach der Versicherer die versicherte Person auf eine andere, ihrer bisherigen Ausbildung und Lebensstellung entsprechende Tätigkeit verweisen könnte, ohne dass diese Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wird.