Begriff

Leibrente (Life Annuity)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Leibrente ist eine wiederkehrende Zahlung, die für die gesamte restliche Lebenszeit der berechtigten Person geschuldet wird und damit das biometrische Risiko der Langlebigkeit auf den Versicherer überträgt.

Begriff

Die Leibrente ist eine periodisch wiederkehrende Zahlung, deren Dauer an das Leben einer bestimmten Person (des Rentenberechtigten) gekoppelt ist und die folglich mit dem Tod dieser Person endet. Im Gegensatz zu einer Zeitrente mit fest vereinbarter Laufzeit trägt bei der Leibrente der Versicherer das biometrische Risiko, dass der Rentenberechtigte länger lebt als statistisch erwartet.

Abgrenzung und Ausgestaltungsformen

Neben der einfachen Leibrente auf ein Leben existieren zahlreiche Ausgestaltungsformen, darunter die verbundene Leibrente auf mehrere Leben (z. B. Ehepaare, bei der die Rente erst nach dem Tod beider Berechtigter endet) und die Leibrente mit Garantiezeit, bei der eine Mindestanzahl von Rentenzahlungen unabhängig vom Überleben des Berechtigten garantiert wird. Wird die Leibrente gegen Zahlung eines Einmalerlags sofort nach Vertragsabschluss ausgezahlt, spricht man von einer Sofortrente, im Unterschied zur aufgeschobenen Rente mit vorgelagerter Ansparphase.

Bedeutung für die Rentenversicherung

Die Leibrente ist die charakteristische Leistungsform der privaten und betrieblichen Rentenversicherung; ihre Kalkulation erfordert eine sorgfältige Schätzung der zukünftigen Sterblichkeitsentwicklung, da eine systematische Unterschätzung der Lebenserwartung der Versichertenkollektive (Langlebigkeitsrisiko) zu einer nicht ausreichenden Reservebildung führen kann.