Wald- und Flächenbrandexponierung
Wald- und Flächenbrandexponierung bezeichnet die Gefährdung von Gebäuden und Aussenanlagen durch unkontrollierte Vegetationsbrände in Waldrand- und Trockengebieten und die daraus abgeleiteten Schutzmassnahmen.
Gefährdungsbild
Vegetationsbrände entstehen bei anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen überwiegend durch menschliches Handeln und breiten sich entlang von Wald- und Grasflächen aus. Gebäude in der Wald-Siedlungs-Schnittstelle sind besonders gefährdet durch Funkenflug auf brennbare Bedachungen, Wärmestrahlung auf Fassaden sowie die Entzündung von Vegetation und Materiallagern in unmittelbarer Gebäudenähe.
Schutzmassnahmen
Ein vegetationsfreier oder -armer Schutzstreifen um Gebäude reduziert die direkte Flammeneinwirkung; nichtbrennbare Bedachungen und Fassadenmaterialien sowie der Verschluss von Dachöffnungen gegen Funkenflug erhöhen die Widerstandsfähigkeit zusätzlich. Brennbare Aussenlagerungen (Holz, Verpackungen) sollten mit ausreichendem Abstand zum Gebäude platziert werden; Löschwasserreserven und Zufahrten für die Feuerwehr sind freizuhalten.
Versicherungsrelevanz
Auch wenn grossflächige Waldbrände in der kleinräumig strukturierten Schweizer Landschaft seltener sind als in südeuropäischen Ländern, nimmt die Gefährdung mit anhaltenden Trockenperioden zu. Sachversicherer berücksichtigen die Exponierung an der Wald-Siedlungs-Grenze zunehmend in der Risikobeurteilung exponierter Standorte.