Industrieversicherung (Industrial Insurance)
Industrieversicherung bezeichnet das Segment der Sach- und Haftpflichtversicherung, das komplexe Risiken von Industrie- und Grossunternehmen individuell zeichnet, häufig unter Einbindung von Maklern und (Mit-)Versicherungskonsortien.
Begriff
Industrieversicherung bezeichnet das Marktsegment, in dem Versicherer massgeschneiderte Deckungskonzepte für die komplexen Risiken von Industrie- und Grossunternehmen entwickeln. Im Gegensatz zur standardisierten Massengeschäftsversicherung (Retail) erfolgt die Risikoprüfung, Tarifierung und Vertragsgestaltung individuell auf Basis einer detaillierten technischen und betriebswirtschaftlichen Risikoanalyse.
Typische Sparten
Zu den zentralen Sparten der Industrieversicherung zählen die Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung (einschliesslich Feuer-, Maschinen- und Elektronikversicherung), die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung, technische Versicherungen (Montage-, Bauleistungs- und Maschinenbruchversicherung) sowie zunehmend Cyber- und D&O-Versicherungen. Aufgrund der hohen Versicherungssummen wird ein Grossteil des Geschäfts über Mitversicherungskonsortien oder umfangreiche Rückversicherungsprogramme abgesichert.
Vertriebsweg und Marktstruktur
Der Vertrieb erfolgt in der Industrieversicherung nahezu ausschliesslich über spezialisierte Industrieversicherungsmakler, die als Bindeglied zwischen dem versicherungsnehmenden Unternehmen und dem (Mit-)Versicherermarkt fungieren; internationale Konzerne setzen darüber hinaus häufig auf globale Versicherungsprogramme mit einem führenden Versicherer und lokalen Anschlusspolicen (Fronting).