Risikoprofil

Personalvorsorge- und Benefits-Programm

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Risikoprofil für ein betriebliches Personalvorsorge- und Benefits-Programm: die im Vorsorge- und Kollektivversicherungs-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für die Belegschaft eines Arbeitgebers.

Risikobild

Ein Personalvorsorge- und Benefits-Programm bündelt die beruflichen Vorsorge-, Unfall-, Kranken- und Erwerbsunfähigkeitsleistungen, die ein Arbeitgeber für die gesamte Belegschaft im Rahmen von Kollektivverträgen statt einzelner Policen bereitstellt. Schadentreiber sind eher aggregierter Natur als einzelne Ereignisse: eine anhaltend hohe Fluktuationsrate stört den Versichertenbestand und begünstigt Antiselektion bei Ein- und Austritt, eine alternde oder wachsende Belegschaft verändert den Finanzierungsbedarf für Vorsorge und Erwerbsunfähigkeit, und eine Abweichung zwischen deklarierter Lohnsumme oder Mitarbeiterzahl und tatsächlicher Exponierung erzeugt Tarifierungs- und Leistungsrisiken über sämtliche Sparten des Bündels gleichzeitig. Da Benefits in der Regel Teil des Arbeitsvertrags sind, trägt das Programm neben der direkten finanziellen Exponierung auch ein Reputations- und Fürsorgepflicht-Gewicht.

Zu erfassende Risikomerkmale

Die nachfolgende Übersicht wird aus den mit diesem Profil verknüpften Risikomerkmalen generiert und nach Kategorie gruppiert; Details zu Underwriting-Logik, Nachweisen und Massnahmen finden sich auf den jeweiligen Merkmalsseiten.

Deckungsarchitektur

Die Gruppenversicherung bildet den obligatorischen Kern und bündelt Leben-, Kranken- und Unfallleistungen für die definierte Belegschaft unter vereinfachten Aufnahmebedingungen statt individueller Gesundheitsprüfung. Krankentagegeldversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung stehen als Kernbausteine daneben, finanzieren die Lohnfortzahlung bei Krankheit und decken die obligatorische Berufs- und Nichtberufsunfallexponierung ab. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist eine optionale Erweiterung, wo die Erwerbsunfähigkeitsleistung des Kollektivprogramms für besserverdienende Mitarbeitende als unzureichend im Verhältnis zur Lohnfortzahlung beurteilt wird.

Prävention

Präventionsschwerpunkte sind exakte, laufend abgeglichene Lohn- und Mitarbeiterdaten nach Standort und Funktion, ein dokumentiertes Governance-Rahmenwerk für die berufliche Vorsorge, das die Finanzierung an das tatsächliche demografische Profil der Belegschaft anpasst, ein proaktives Absenzen- und Case-Management zur Reduktion von Häufigkeit und Dauer der Krankentagegeldfälle sowie die Beobachtung der Fluktuationstrends, um ungünstige Verschiebungen im versicherten Bestand vor der Erneuerung frühzeitig zu erkennen und zu steuern.

Art
Personengruppe

Zu erfassende Risikomerkmale

Personen

  • Mitarbeiterzahl — Die Mitarbeiterzahl erfasst die Gesamtzahl der beim Versicherungsnehmer beschäftigten Personen und dient zur Bemessung des Expositionsumfangs in der Haftpflicht-, Unfall- und Kollektivkrankenversicherung sowie als Benchmark-Basis pro Mitarbeitendem.
  • Vorsorgeplan (BVG-Überobligatorium) — Der Vorsorgeplan erfasst die Ausgestaltung und Grosszügigkeit der überobligatorischen BVG-Vorsorgeleistungen des Arbeitgebers und dient der Zeichnung von Gruppenlebens- und Rückdeckungsversicherungen für das Vorsorgerisiko.
  • Lohnsumme UVG/Berufsunfall — Die Lohnsumme UVG erfasst die gesamte versicherbare Lohnsumme, die der obligatorischen schweizerischen Unfallversicherung (UVG) unterliegt, und bildet die Prämienbasis, auf welche Suva oder der private UVG-Versicherer den Gefahrenklassensatz anwendet.
  • Fluktuationsrate — Die Fluktuationsrate erfasst den jährlichen Anteil der ausscheidenden und neu eingestellten Mitarbeitenden und dient als Indikator für Ausbildungslücken, Betriebsklima und operationelles Risiko in der Haftpflicht- und Unfallversicherung.
  • Gesundheitsfragen — Die Gesundheitsfragen erfassen die selbstauskunftpflichtigen Angaben eines Antragstellers bei der Beantragung einer individuellen Lebens-, Kranken- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung und bilden die primäre Grundlage der medizinischen Risikoprüfung.

Deckungsarchitektur