Naturgefahrenzone Hagel/Sturm
Die Naturgefahrenzone Hagel/Sturm erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte zugewiesene Hagelhäufigkeits- und Böengeschwindigkeitsklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Hagel- und Sturmgefahr abgefragt.
- Kategorie
- Standort
- Datentyp
- Auswahl
- Risikotreiber
- Schadenhöhe, Schadenhäufigkeit, Kumul
- Wirkung auf Underwriting
- Prämie, Selbstbehalt, Sublimite, Auflage/Obliegenheit
Typische Antragsfragen
- In welcher Hagelhäufigkeits- und Sturmgefahrenklasse liegt der Standort gemäss der massgebenden nationalen Gefahrenkarte?
- Gab es am Standort bereits Hagel- oder Sturmschäden, und in welchem Ausmass (z.B. Dach-, Fassaden- oder Verglasungsschäden)?
- Entsprechen Dachhaut, Fassadenverkleidung und Verglasung einem der Zone angemessenen Hagelwiderstands- bzw. Windlastnormenwerk?
Nachweise
- Auszug aus der nationalen oder kantonalen Hagel- und Sturmgefahrenkarte
- Historische Schadenstatistik für den Standort
- Materialspezifikation bzw. Hagelwiderstandsklasse für Dach und Fassade
Warum relevant für das Underwriting
Hagel und Sturm zählen zu den häufigsten Naturgefahren für die Gebäudehülle, und die Expositionszone eines Standorts bestimmt sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das typische Ausmass von Dach-, Fassaden- und Verglasungsschäden. Regionen mit hoher Häufigkeit grosskörnigen Hagels oder erhöhten Bemessungsböengeschwindigkeiten weisen deutlich höhere Schadenhäufigkeiten und Reparaturkosten auf als milder exponierte Zonen, weshalb die Gefahrenklasse ein zentraler Faktor für die Prämienkalkulation und die Kumulsteuerung in regional konzentrierten Portfolios ist.
Erfassung und Nachweise
Antragsformulare fragen nach der Hagelhäufigkeits- und Sturmgefahrenklasse des Standorts, die üblicherweise aus einer nationalen oder kantonalen Naturgefahrenkarte für die exakten Koordinaten abgeleitet wird. Underwriter überprüfen die Selbstauskunft anhand der historischen Schadenstatistik für die Adresse und, bei grösseren oder neu erstellten Risiken, einer Spezifikation, die die Hagelwiderstandsklasse von Dachhaut und Fassadenverkleidung sowie die Windlastauslegung der Gebäudehülle im Verhältnis zur kartierten Zone bestätigt.
Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen
Standorte in Zonen mit geringer Hagel- und Sturmgefahr werden in der Regel zu Standardbedingungen bepreist und gedeckt. Höhere Gefahrenklassen führen üblicherweise zu Prämienzuschlägen, hagel- oder sturmspezifischen Selbstbehalten und Sublimiten für Dach- und Verglasungsreparaturen, insbesondere wenn die Dachhaut als verwundbar bekannt ist. Versicherer können bei Erneuerung oder nach einer Dachsanierung zudem Bedingungen für hagelresistente Materialien vorsehen, bevor die vollen Limiten wiederhergestellt werden.
Massnahmen
Bei erhöhter Exposition empfehlen Versicherer und Risk Engineers üblicherweise die Umrüstung von Dachhaut und Fassadenverkleidung auf hagelwiderstandsfähige Materialien, die Sicherung losen Mobiliars und Beschilderung gegen starke Winde sowie ein Verfahren zur Sturmvorwarnung und Schadenerfassung nach dem Ereignis, um Häufigkeit und Ausmass der Schäden zu begrenzen.
Normen und Regelwerke
- ISO 31000:2018 – Risk management, Guidelines