Elektronikversicherung
Die Elektronikversicherung deckt Schäden an elektronischen Geräten und Anlagen durch praktisch alle unvorhergesehenen Ereignisse einschliesslich Bedienungsfehler und innerer Betriebsschäden.
Vergleichsprofil
- Trigger
- Allgefahren
- Versichertes Interesse
- Sachsubstanz und innerer Betrieb von elektronischen Geräten, Anlagen und Installationen im Eigentum oder Leasing des Versicherungsnehmers.
- Bemessungsgrundlage
- Versicherungssumme / Wiederbeschaffungswert der Geräte, Art und Alter der Geräte, Betriebsumgebung (Rechenzentrum, Industrie, Medizintechnik), Schadenverlauf
- Typische Limiten
- Versicherungssumme je Gerät oder Standort auf Erstrisiko- oder Vollwertbasis, oft ergänzt durch Sublimiten für Mehrkosten und Datenträger.
- Typische Selbstbehalte
- Ereignisbezogener Selbstbehalt, meist moderat für Standard-IT-Geräte und höher für empfindliche medizintechnische oder industrielle Elektronik.
- Zielsegmente
- KMU, Industrie, Gesundheitswesen und Rechenzentrumsbetreiber
Versicherte Ereignisse
- Kurzschluss und Überspannung
- Bedienungs- und Handhabungsfehler
- Wasserschäden und Feuchtigkeit
- Material- und Fabrikationsfehler
- Diebstahl und Einbruch (soweit eingeschlossen)
Kernausschlüsse
- Krieg und Kernenergie
- Abnutzung und allmähliche Verschlechterung
- Über eine Herstellergarantie ersatzfähige Schäden
- Softwarefehler ohne Sachfolgeschaden
- Folgeschäden ausserhalb der Mehrkosten- und Datenträgererweiterungen
Begriff
Die Elektronikversicherung ist eine Sparte der technischen Versicherung, die Sachschäden an elektronischen Geräten und Anlagen (etwa Computer, Serveranlagen, medizintechnische Geräte oder Steuerungssysteme) gegen praktisch alle unvorhergesehenen Ereignisse deckt, sofern diese nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.
Deckungskonzept
Anders als die klassische Sachversicherung, die auf benannte Gefahren wie Feuer oder Wasser beschränkt ist, folgt die Elektronikversicherung dem Konzept der Allgefahrendeckung und schliesst regelmässig auch Bedienungsfehler, Materialfehler, Kurzschluss und innere Betriebsschäden ein, die in anderen Sachversicherungssparten häufig ausgeschlossen sind.
Zusatzbausteine
Elektronikversicherungen werden häufig durch Zusatzbausteine ergänzt, etwa eine Mehrkostenversicherung, die zusätzliche Aufwendungen für die vorübergehende Nutzung von Ersatzgeräten nach einem Schaden deckt, sowie eine Datenträgerversicherung, die die Wiederherstellungskosten von Daten und Programmen nach einem versicherten Schadenereignis abdeckt.
Vergleich und Abgrenzung
Die Elektronikversicherung ist im Objektumfang enger als die Sach-Allgefahrenversicherung, im Deckungsauslöser jedoch weiter gefasst, da sie auch innere Ausfallursachen wie Kurzschluss, Bedienungsfehler und Materialfehler einschliesst, die Allgefahren-Sachbedingungen für Maschinen und Elektronik meist ausschliessen. Besteht bereits eine Sach-Allgefahrenversicherung, kann die Elektronikversicherung entweder als eigenständiger Baustein für IT-intensive Risiken daneben stehen oder die Elektronik-Sublimite der Masterpolice ersetzen. Sie wird häufig mit der Maschinenversicherung kombiniert, die analoge innere Ausfallgefahren für maschinelle Anlagen deckt, sowie mit der Betriebsunterbrechungsversicherung für den daraus resultierenden Produktionsausfall.