Begriff

Operationelles Risiko (Operational Risk)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Das operationelle Risiko ist die Gefahr eines Verlusts, der aus unzulänglichen internen Prozessen, Mitarbeitern, Systemen oder externen Ereignissen resultiert, und zählt unter Solvency II zu den eigenständigen Risikokategorien.

Begriff

Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr eines Verlusts, der aus unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen, aus dem Verhalten von Mitarbeitern, aus dem Ausfall von Systemen oder aus externen Ereignissen resultiert. Es ist von den versicherungstechnischen Risiken und den Marktrisiken klar abzugrenzen, da es nicht aus der bewusst übernommenen Geschäftstätigkeit selbst, sondern aus deren fehlerhafter Ausführung entsteht.

Typische Erscheinungsformen

Zu den typischen Ausprägungen operationeller Risiken zählen IT-Ausfälle und Cyberangriffe, Betrug durch eigene Mitarbeiter oder Dritte, Fehler in der Schadenregulierung oder der Prämienabrechnung, die Nichteinhaltung regulatorischer Vorgaben (Compliance-Risiko) sowie Reputationsschäden infolge öffentlich bekannt gewordener Missstände.

Bedeutung unter Solvency II

Unter Solvency II wird das operationelle Risiko als eigenständiges Risikomodul in die Berechnung der Solvenzkapitalanforderung (SCR) einbezogen, wobei die Standardformel einen vereinfachten, an Prämien- und Rückstellungsvolumina orientierten Ansatz verwendet; grössere Versicherer, die ein internes Modell verwenden, müssen operationelle Risiken hingegen häufig durch differenziertere Methoden wie Szenarioanalysen und historische Verlustdatenbanken quantifizieren.