Sonderrisiken-Löschkonzepte
Sonderrisiken-Löschkonzepte bündeln die Auswahl und Kombination von Löschsystemen für Gefahren, die mit Standard-Sprinklerschutz allein nicht sicher beherrscht werden können, etwa besonders reaktive Stoffe, hochwertige Anlagen oder spezielle Prozessrisiken.
Auswahlkriterien
Das Brandverhalten des zu schützenden Gefahrguts, mögliche Folgeschäden durch das Löschmittel selbst – etwa Wasser, Schaum, Gas oder Pulver – sowie die erforderliche Reaktionszeit und die verfügbaren Detektionsmöglichkeiten fliessen massgeblich in die Wahl des passenden Löschkonzepts ein. Auch die vorhandene Fläche und die bauliche Einbindung begrenzen die realistischen Optionen.
Typische Anwendungsfälle
Zu den klassischen Sonderrisiken zählen Turbinenhauben und Transformatoren, Lackieranlagen, Chemieanlagen, Serverräume und Archive sowie Prozessanlagen mit Zusatzrisiken wie Funkenbildung oder Staubexplosion. Jeder dieser Fälle erfordert eine spezifisch abgestimmte Löschtechnik, die über den Standard-Sprinklerschutz hinausgeht.
Versicherungsrelevanz
Da Sonderrisiken häufig sehr hohe Einzelwerte oder ein erhebliches Betriebsunterbrechungspotenzial betreffen, prüfen Risk Engineers bei der Konzeptauswahl besonders sorgfältig, ob das gewählte Löschsystem tatsächlich für das konkrete Risiko zugelassen und korrekt bemessen ist, statt ein Standardkonzept unreflektiert auf eine untypische Gefahrenlage zu übertragen.
Normen und Regelwerke
- FM Data Sheet 4-0 – Special Protection Systems
- NFPA 2001 – Standard on Clean Agent Fire Extinguishing Systems