Fremdfirmenmanagement
Fremdfirmenmanagement umfasst Auswahl, Einweisung, vertragliche Einbindung und Überwachung externer Firmen, damit deren Mitarbeitende dieselben Sicherheits- und Brandschutzvorgaben einhalten wie das eigene Personal.
Risiken durch Fremdfirmen
Fremdfirmen kennen die betriebsspezifischen Gefahren, Freigabeverfahren und Notfallabläufe oft nicht und werden mit Instandhaltungs-, Umbau- oder Reinigungsarbeiten betraut, die zu den schadenintensivsten Tätigkeiten überhaupt zählen – etwa Feuerarbeiten, das Auslösen von Sprinkleranlagen durch unsachgemässe Eingriffe oder die versehentliche Ausserbetriebnahme von Schutzeinrichtungen. Die gegenseitige Gefährdung mehrerer beteiligter Betriebe erhöht sich zusätzlich, wenn Zuständigkeiten unklar bleiben.
Kernelemente des Fremdfirmenmanagements
Auswahl und Prüfung von Fremdfirmen, schriftliche Sicherheits- und Brandschutzunterweisung vor Arbeitsbeginn, ein benannter Koordinator mit Weisungsbefugnis, klare Regelungen zu Freigabescheinen für Feuerarbeiten, Rauchverboten, Ordnung und Sauberkeit sowie zur Meldung von Zwischenfällen bilden das Grundgerüst. Werkverträge und Pflichtenhefte legen Aufgaben, Kompetenzen und Kontrollpflichten verbindlich fest; regelmässige Besprechungen und Begehungen halten die Koordination während der gesamten Auftragsdauer aufrecht.
Versicherungsrelevanz
Sachversicherer betrachten unkontrollierte Fremdfirmentätigkeit als eine der Hauptursachen für Grossschäden ausserhalb des Normalbetriebs. Ein dokumentiertes Fremdfirmenmanagement, das insbesondere Feuerarbeiten (siehe Hot Work Permit) lückenlos erfasst, ist deshalb regelmässiger Bestandteil von Risikobesichtigung und Versicherungsauflagen.
Normen und Regelwerke
- FM Data Sheet 10-4: Contractor Management