Lagerung von Druckgasflaschen
Die Lagerung von Druckgasflaschen erfordert die Trennung nach Gaseigenschaften (brennbar, oxidierend, inert, toxisch), eine Sicherung gegen Umfallen sowie ausreichende Belüftung, um Brand-, Explosions- und Erstickungsgefahren zu begrenzen.
Gefährdungsbild
Druckgasflaschen bergen ein doppeltes Risiko: den Inhalt selbst – brennbar, oxidierend, toxisch oder erstickend wirkend – und die gespeicherte mechanische Energie des komprimierten Gases, die sich bei Beschädigung des Ventils oder der Flasche schlagartig als Wurfgeschoss oder Raketeneffekt entladen kann. Werden brennbare und oxidierende Gase gemeinsam gelagert, kann bereits eine kleine Leckage eine explosionsfähige Atmosphäre erzeugen.
Schutzmassnahmen
Flaschen sind stehend und gegen Umfallen gesichert zu lagern, mit Schutzkappen auf den Ventilen ausserhalb des Gebrauchs, und getrennt nach Gasgruppe mit ausreichendem Sicherheitsabstand oder baulicher Trennung zwischen brennbaren und oxidierenden Gasen. Lagerräume für brennbare Gase benötigen eine Zonenklassifizierung mit entsprechend zugelassenen elektrischen Betriebsmitteln sowie eine wirksame Be- und Entlüftung, da viele Gase schwerer oder leichter als Luft sind und sich am Boden oder unter der Decke ansammeln können.
Versicherungsrelevanz
Da ein Flaschenversagen sowohl einen unmittelbaren Explosionsschaden als auch eine grossflächige Kontamination oder einen Grossbrand auslösen kann, prüfen Risk Engineers bei der Besichtigung insbesondere die korrekte Trennung der Gasgruppen, die Sicherung gegen mechanische Beschädigung sowie die Kennzeichnung leerer und gefüllter Flaschen. Fehlende Trennung gilt als deutliches Warnsignal für ein unzureichend gemanagtes Gefahrstoffrisiko.
Normen und Regelwerke
- NFPA 55 – Compressed Gases and Cryogenic Fluids Code