Brandschutz auf Baustellen
Brandschutz auf Baustellen umfasst die organisatorischen und baulichen Massnahmen, mit denen während Neubau, Umbau oder Abbruch dem erhöhten Brandrisiko einer noch unvollständigen Gebäudehülle und fehlender Schutzeinrichtungen begegnet wird.
Gefährdungsbild
Baustellen weisen typischerweise ein deutlich höheres Brandrisiko auf als der fertiggestellte Betrieb: Brandschutzanlagen sind noch nicht oder nur provisorisch in Betrieb, Brandabschnitte fehlen, brennbare Baumaterialien und Verpackungen lagern ungeordnet, und Feuerarbeiten wie Schweissen und Trennschleifen gehören zum Alltag. Abbrucharbeiten bergen zusätzlich das Risiko, bestehende Schutzeinrichtungen unbeabsichtigt ausser Betrieb zu setzen.
Massnahmen
Ein Schutzkonzept für die Bauphase regelt Zufahrten und Bewegungsflächen für die Feuerwehr, provisorische Löschwasserversorgung, Lagerung brennbarer Stoffe in Mindestabständen, Freigabeverfahren für Feuerarbeiten sowie die gestaffelte Inbetriebnahme fest eingebauter Löschanlagen, sobald Bauabschnitte fertiggestellt sind. Eine benannte, für den Brandschutz verantwortliche Person auf der Baustelle koordiniert diese Massnahmen mit allen beteiligten Unternehmen.
Versicherungsrelevanz
Bau- und Montageversicherer verlangen bei grösseren oder überwiegend aus brennbaren Materialien errichteten Projekten häufig die Umsetzung eines dokumentierten Baustellenschutzkonzepts als Auflage. Grossbrände während der Bauphase gehören zu den teuersten Einzelschäden in der CAR/EAR-Sparte, da Wiederherstellungskosten und Bauzeitverzögerung zusammentreffen.
Normen und Regelwerke
- VdS 2021 – Baustellen, Unverbindlicher Leitfaden für ein umfassendes Schutzkonzept