Begriff

J-Curve

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die J-Curve beschreibt den typischen Ergebnisverlauf eines Rückversicherungsvertrags, eines Zeichnungsjahres oder einer ILS-Investition, bei dem zunächst Verluste anfallen, bevor sich das Ergebnis im weiteren Zeitverlauf verbessert.

Begriff

Die J-Curve beschreibt einen charakteristischen Ergebnisverlauf, bei dem ein Zeichnungsjahr, ein Rückversicherungsvertrag oder eine Kapitalanlage in den ersten Perioden negative oder unterdurchschnittliche Ergebnisse ausweist, bevor sich die Rendite im weiteren Zeitverlauf verbessert und typischerweise positiv wird – der grafische Verlauf ähnelt dabei dem Buchstaben “J”.

Ursachen im Rückversicherungsgeschäft

Im traditionellen Rückversicherungsgeschäft, insbesondere bei nach dem Lloyd’s-Prinzip offen geführten Zeichnungsjahren, entsteht der J-Curve-Effekt dadurch, dass Prämieneinnahmen zu Beginn eines Zeichnungsjahres bereits verbucht werden, während die zugehörigen Schadenzahlungen – insbesondere bei langschwänzigen Haftpflichtsparten – über mehrere Jahre verteilt anfallen und anfänglich durch aufsichtsrechtlich vorsichtige Reservebildung das ausgewiesene Ergebnis belasten.

Bedeutung für ILS- und Alternative-Capital-Investoren

Auch bei Investitionen in Insurance-Linked Securities oder in neu gegründete Rückversicherungsvehikel (Start-up-Syndikate, Sidecars) wird häufig ein J-Curve-Effekt beobachtet, da Gründungs- und Zeichnungskosten sowie konservative Reservierungsansätze in den Anfangsjahren zu einer zunächst negativen Kapitalrendite führen, bevor sich das investierte Kapital bei planmässigem Verlauf des Geschäfts amortisiert.