Begriff

Proportionale Rückversicherung (Proportional Reinsurance)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.2.0

Die proportionale Rückversicherung teilt Prämien und Schäden zwischen Zedent und Rückversicherer nach einem von vornherein festgelegten, festen Prozentsatz auf.

Begriff

Die proportionale Rückversicherung ist eine der beiden Grundformen der Rückversicherung, bei der Prämien und Schäden zwischen Zedent und Rückversicherer nach einem von vornherein festgelegten, festen Prozentsatz aufgeteilt werden. Übernimmt der Rückversicherer beispielsweise 30 % eines Vertrags, erhält er 30 % der vereinbarten Prämie und trägt im Gegenzug 30 % jedes eintretenden Schadens, unabhängig von dessen Höhe.

Hauptformen

Die beiden wichtigsten Erscheinungsformen der proportionalen Rückversicherung sind die Quotenrückversicherung, bei der ein fester, für alle Risiken eines Bestands einheitlicher Prozentsatz abgegeben wird, sowie die Summenexzedentenrückversicherung, bei der der proportionale Abgabeanteil je Einzelrisiko variiert und mit steigender Versicherungssumme zunimmt, um insbesondere die grössten Einzelrisiken eines Portfolios stärker abzusichern.

Bedeutung für den Zedenten

Die proportionale Rückversicherung dient dem Zedenten primär zur Glättung der Bilanzvolatilität, zur Erhöhung der eigenen Zeichnungskapazität für Grossrisiken sowie zur direkten finanziellen Unterstützung durch eine anteilige Übernahme der Abschlusskosten durch den Rückversicherer (Rückversicherungsprovision); im Gegensatz zur nichtproportionalen Rückversicherung, die primär der Absicherung gegen Extremschäden dient, wirkt die proportionale Rückversicherung gleichmässig über das gesamte Schadenaufkommen eines Bestands.