VdS-Sicherungsklasse
Die VdS-Sicherungsklasse erfasst die anerkannte Schutzklasse, die dem Gesamtsicherungskonzept eines Standorts (mechanische, elektronische und organisatorische Massnahmen zusammen) zugeordnet ist – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zum Abgleich der Sicherungsangemessenheit mit dem gefährdeten Wert.
- Kategorie
- Security
- Datentyp
- Auswahl
- Risikotreiber
- Schadenhöhe, Schadenhäufigkeit
- Wirkung auf Underwriting
- Prämie, Auflage/Obliegenheit, Sublimite
Typische Antragsfragen
- Wurde das Gesamtsicherungskonzept des Standorts nach einem anerkannten System wie den VdS-Sicherungsklassen beurteilt und klassifiziert, und welcher Klasse entspricht es?
- Wurde die Klassifizierung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle erteilt, und wann wurde sie zuletzt erneuert oder überprüft?
- Entspricht die klassifizierte Sicherungsklasse der aktuellen Versicherungssumme und Wertkonzentration am Standort?
Nachweise
- VdS-Klassifizierungszertifikat
- Risikobeurteilungsbericht zum Sicherungskonzept
- Historie von Rezertifizierungen / Audits
Warum relevant für das Underwriting
Eine anerkannte Sicherungsklassifizierung wie die VdS-Sicherungsklasse verdichtet das gesamte Sicherungskonzept eines Standorts – mechanischen Schutz, Meldetechnik, Bewachung und organisatorische Abläufe zusammen – zu einer einzigen, unabhängig geprüften Kennzahl, die Underwriter mit der Versicherungssumme und der Wertkonzentration am Standort abgleichen können. Das ist relevant, weil sich einzelne Sicherungsmassnahmen in ihrer Wechselwirkung nur schwer isoliert beurteilen lassen, während eine akkreditierte Klassifizierung eine integrierte Risikobeurteilung einer Fachstelle widerspiegelt und über Konten und Standorte hinweg direkt vergleichbar ist. Underwriter nutzen die Klassifizierung und ihre Übereinstimmung mit dem aktuell gefährdeten Wert, um zu entscheiden, ob die Sicherung eines Standorts der beantragten Deckung angemessen ist oder ob das Konzept hinter dem Wachstum der gelagerten Werte oder Nutzungsänderungen seit der Klassifizierung zurückgeblieben ist.
Erfassung und Nachweise
Antragsformulare fragen, ob das Sicherungskonzept des Standorts formal durch eine anerkannte Stelle klassifiziert wurde, welcher Klasse es entspricht und wann die Klassifizierung zuletzt erteilt oder erneuert wurde. Underwriter fordern das Klassifizierungszertifikat selbst, den zugrunde liegenden Risikobeurteilungsbericht, der die zur Klasse führende Kombination von Massnahmen beschreibt, sowie einen Nachweis über allfällige Rezertifizierungen oder Audits seit der ursprünglichen Beurteilung, da Klassifizierungen mit wachsenden gelagerten Werten oder veränderter Nutzung veralten können. Fehlt eine formale Klassifizierung, fordern Underwriter üblicherweise eine ausreichend detaillierte Beschreibung des Sicherungskonzepts zur direkten Beurteilung.
Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen
Eine aktuelle, für den gefährdeten Wert ausreichend hohe Klassifizierung ermöglicht günstigere Prämienkonditionen und höhere Sublimiten ohne weitere Sicherungsauflagen, da die Klassifizierung eine individuelle Risk-Engineering-Beurteilung der einzelnen Massnahmen ersetzt. Eine Klassifizierung, die einer wesentlichen Erhöhung der Versicherungssumme vorausgeht, eine ohne Erneuerung abgelaufene Klassifizierung oder das vollständige Fehlen einer formalen Klassifizierung an einem höherwertigen Standort führen häufig zu Auflagen für eine aktualisierte Beurteilung, zu Sublimitenbeschränkungen bis zur Rezertifizierung oder zu Prämienzuschlägen.
Massnahmen
Fehlt die Klassifizierung, ist sie abgelaufen oder entspricht sie nicht mehr dem gefährdeten Wert, empfehlen Versicherer und Risk Engineers üblicherweise die Beauftragung einer erneuten Sicherungsbeurteilung durch eine anerkannte Zertifizierungsstelle, die Nachrüstung der zugrunde liegenden Massnahmen, sofern die angestrebte Klasse dies erfordert, sowie die Planung regelmässiger Rezertifizierungen, damit die Klassifizierung mit Veränderungen der gelagerten Werte und der Nutzung Schritt hält.
Normen und Regelwerke
- ISO 31000:2018 – Risk management, Guidelines