Sterbetafel (Mortality Table)
Eine Sterbetafel gibt für jedes Alter die statistische Wahrscheinlichkeit an, innerhalb eines Jahres zu sterben, und dient als Grundlage für die Prämien- und Rückstellungskalkulation in der Lebensversicherung.
Begriff
Eine Sterbetafel ist eine statistische Tabelle, die für jedes Lebensalter die Wahrscheinlichkeit angibt, innerhalb des folgenden Jahres zu sterben, sowie die daraus abgeleitete Überlebenswahrscheinlichkeit und die durchschnittliche fernere Lebenserwartung. Sie bildet die zentrale Grundlage für die versicherungsmathematische Kalkulation von Prämien, Deckungsrückstellungen und Leistungsbarwerten in der Lebens- und Rentenversicherung.
Arten von Sterbetafeln
Man unterscheidet insbesondere zwischen Periodensterbetafeln, die die Sterblichkeit einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt abbilden, und Generationensterbetafeln, die zusätzlich den erwarteten künftigen Trend sinkender Sterblichkeit (den sogenannten Trend der Langlebigkeit) über die Zeit berücksichtigen; für die Kalkulation von Rentenversicherungen verwenden Versicherer regelmässig separate, vorsichtigere Sterbetafeln als für Risikolebensversicherungen, da sich das Langlebigkeitsrisiko und das Mortalitätsrisiko in entgegengesetzte Richtungen auswirken.
Herleitung und regulatorische Bedeutung
Sterbetafeln werden entweder von unabhängigen aktuariellen Vereinigungen auf Basis umfangreicher Bevölkerungs- oder Versichertenbestandsdaten veröffentlicht oder von einzelnen Versicherern unternehmensspezifisch anhand der eigenen Bestandserfahrung abgeleitet; die Wahl einer angemessenen, ausreichend vorsichtigen Sterbetafel unterliegt der Verantwortung des verantwortlichen Aktuars und wird im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Prüfung der versicherungstechnischen Rückstellungen regelmässig überprüft.